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Umfrage: Auf welchem Schiff soll Verkehrsminister Dobrindt sein „Bordpraktikum“ absolvieren?

Autor: Christian Grohmann       Datum: 29.03.2015
Verkehrsminister Alexander Dobrindt will ein Bordpraktikum absolvieren. Bild: Peter-Paul Weiler, berlin-event-foto.de

Alexander Dobrindt will die Binnenschifffahrt besser kennen lernen. Mit einem „Praktikum an Bord“. Deshalb hat der Verkehrsminister mit BDB-Präsident Martin Staats auf dem Parlamentarischen Abend des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt am 25. März in Berlin eine Mitfahrt vereinbart.

Ebenfalls will Dobrindt in Duisburg das Schulschiff „Rhein“ besichtigen und auf dem Fahrsimulator SANDRA das Ruder in die Hand nehmen. Auf welchem Schiff der Minister mitfahren soll, steht allerdings noch nicht fest. Bonapart hat einige Empfehlungen zusammengetragen und zur Abstimmung gestellt.

Sollte Dobrindts Praktikumsplatz ein Technologieträger sein, der Umweltfreundlichkeit und Modernitätsanspruch der Binnenschifffahrt in besonderer Weise repräsentiert? Oder sollte der Minister besser bei „Onkel Otto“ an Bord gehen, um alle Sorgen und Nöte zu erfahren, die die durchschnittlichen Fahrensleute bewegen? Hier die Vorschläge:

TMS „Greenstream“ oder Greenrhine

Die beiden Tankmotorschiffe wurden 2013 bei dem niederländischen Befrachter Interstream Barging in Dienst gestellt und fahren für Shell. Vom Aufbau bis hin zum Antrieb handelt es sich um komplette Neukonzeptionen: Der Strom für die elektrischen Fahrmotoren wird mit der Verbrennung von LNG erzeugt. Die Generatoren stehen ebenso wie die Tanks in Containern auf dem Achterdeck und sind leicht austauschbar. Etwa gegen herkömmliche Dieselaggregate oder gegen alles, was in Zukunft sonst noch als Kraftquelle dienen könnte. Für das Schiffskonzept erhielten die Konstrukteure 2013 den Innovationspreis der Allianz esa.

KV „Eiger-Nordwand“

Das sauber und vergleichsweise sparsam verbrennende verflüssigte Erdgas (LNG) ist für den Koppelverband „Eiger-Nordwand“ der Danser Group ebenfalls der favorisierte Energieträger. Mitte 2014 mussten die alten Schiffsdiesel neuen Dual-Fuel-Motoren weichen. Die können sowohl LNG als auch das seit 2011 vorgeschriebene schwefelarme Gasöl verfeuern. Das von der deutsch-niederländischen Kooperation MariTIM begleitete Projekt zeigt, dass die LNG-Technologie auch nachgerüstet werden kann: Das Schiff stammt aus dem Jahr 2000.

KV „El Niño / La Niña“

Ein Beispiel für fortwährende Optimierung ist der Koppelverband von Rolf Bach. 1956 als „Haniel Kurier 52“ mit 1.400 Tonnen Zuladung gebaut, ist das Motorschiff heute unter dem Namen „El Niño“ unterwegs. Mit Verbreiterung, neuem Achterschiff, Schubleichter „La Niña“ und mobilen Laderaumschotten lädt der Verband heute über 3.000 Tonnen. Dank der Umrüstung auf ein viermotoriges Antriebskonzept im Jahr 2012 verbraucht das Fahrzeug laut Eigner rund 30 Prozent weniger Kraftstoff als zuvor.

GMS „Goblin“ oder „Enok“

Die beiden Gütermotorschiffe sind mit einem dieselelektrischen Hybridantrieb ausgestattet und sparen laut Betreiber jeweils rund zehn Prozent Kraftstoff und Luftschadstoffe ein. Während „Goblin“ 2013 neu gebaut wurde und einen parallelen Hybridantrieb nutzt, ist der 1955 gebaute „Enok“ seit 2010 mit einem seriellen Hybridantrieb unterwegs.

TMS „Rudolf Deymann“

Das Anfang 2013 bei der Reederei Deymann in Dienst gestellte Tankmotorschiff ist mit einer Kraftstoff-Wasser-Emulsionseinspritzung (KWE) ausgerüstet. Diese von Exomission entwickelte Anlage spart Kraftstoff im einstelligen Prozentbereich ein und senkt den Ausstoß von Luftschadstoffen und Rußpartikeln drastisch ab. Die Technologie wurde in 2014 mit zwei Innovationspreisen geehrt (Volksbank Bonn-Rhein-Sieg, Allianz esa) geehrt und lässt sich mit vergleichsweise wenig Aufwand nachrüsten.

GMS/TMS „...?“

Sie sind der Ansicht, ein anderes Schiff müsste auf der Vorschlagsliste stehen? Teilen Sie uns den Schiffsnamen und am besten auch die passende Begründung über die Kommentarfunktion mit.

 

 

Tags: dobrindt, praktikum, umwelt, verkehrsminister,

7 Antworten zu

  1. Martina Bayer :
    Herr Dobrindt sollte sein Paktrikum auf einem " ECHTEN " Patikuliers Schiff absolvieren und nicht auf Reederei ähnlichen Schiffen , der unterschied besteht nämlich darin : Reederei Schiffe arbeiten mit wechseldem Personal im Schichtdienst die sich max. 30 Tage an Bord befinden und dann in Freischicht sind, Patikuliere dagegen Leben und Arbeiten 365 Tage an Bord , haben ihr soziales Leben ; Kinder im der Schule , Famillie an Bord u.s.w. , dort kann sich Herr Dobrindt von der realen Schifffahrtswelt selbst überzeugen wie schwer es ist geeignete , sichere Liege und Übernachtungsplätze mit geeignetem Landgang zu und Abfahrten für den PKW auf dem Deutschen Rhein Abschnitt zu finden . Fast alle Deutschen vorhandenen Häfen sind entweder abgeschlossenes Terrain oder vermietet an Hotel Schiffe oder wurden ganz geschlossen zwecks Bundesgartenschau ,Wohnen am Wasser u.s.w. . Es wäre wünschenswert das in naher Zukunft wieder Anlegeplätze hergerichtet oder neu errichtet werden für einen der grössten und wichtigsten Transportträger Deutschland und EU weit .Aber bitte an stellen die ein Binnenschiff auch abgeladen erreichen kann ( nicht möglich in Sondenheim) Mit freundlichem Gruss M/S JADO
  2. Ano Nym :
    Schickt den guten Minister in den Kanal! Da wünscht man sich doch gleich nen Schleusenausfall. Egal welche Ursache: Streik der Bediensteten, technische Probleme oder Personalmangel! Schickt ihn danach paar Tage nach Holland und er sieht den Unterschied. Und ich bin ganz der Meinung von Frau Bayer, was Partikulierschiffe und -firmen angeht!
  3. Gabriela Randel :
    Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass die vorgeschlagenen Schiffe nicht geeignet sind, ein realistisches Bild von der deutschen Binnenschifffahrt zu geben. Es handelt sich um ausgesucht moderne Schiffe mit Besonderheiten des Antriebes. Der Minister sollte die Realität sehen und nicht die Zukunftsmöglichkeiten, die insbesondere vielen Partikulieren finanziell verschlossen bleiben. Die Idee ist prima, aber es sollte das "Onkel Otto Schiff" eines Partikuliers sein! Die DTG kann bestimmt ein Partikulierschiff organisieren.
  4. Anton Schepers, MS Pretoria http://www.schebitrans.de:
    ...als Verkehrsminister muss Herr Dobrindt sich zu aller erst um die Partikulierschifffahrt (ca. 90% aller Binnenschiffe) kümmern. Hier sind nicht die großen Reedereischiffe gefragt, sondern der einfache deutsche Partikulier mit seinem Schiff (oft museumsreif und am aussterben).Denn nur hier bekommt Herr Dobrindt einen Überblick über die wirtschaftliche Situation, Wettbewerbsfähigkeit und Ängste der Partikulierschifffahrt, die der Schlüssel allen Fortschrittes und Investitionen sind, sowie auch Möglichkeiten und Perspektiven aufzeigen.
  5. Duhr, Hans Peter :
    Tja, wo sollte er hin.Natürlich nicht auf ein irgendwie gesponsortes Schiff, in dem ihm heile Welt vorgeführt wird.Es sollte ein Schiff sein, wo ihm erklärt wird, daß wir heute mit gleichen Frachtraten fahren wie vor 30 Jahren und daß nur über Investitionen und irrsinnig verkürzte Umschlagszeiten ein Betriebsergebnis erzielt wird, daß entweder die vorhande Substanz verzeheren läßt oder über verheerende Selbstausbeutung von Partikulier und Personal der Konkurs vor sich hergeschoben wird.Ihm sollte erklärt werden, daß vor dreißig Jahren der Anteil von Betriebsstoffen am Umsatz unter 15% lag, heute dagegen sind wir teilweise bei 40% und mehr ohne daß ausreichend Ausgleich stattfindet.Ihm sollte gesagt werden, daß durch den zeitlichen Druck den man auf uns ausübt, der Kostendruck nur noch erhöht wird.Die vorhandee strukturelle, auch durch beschleunigte Umschlag- und Fahrzeiten entstandene Überkapazität wird gnadenlos genutz um bei jeder Gelegenheit Frachtsätze zu beschneiden.Wer traut sich zu, dies rüber zu bringen. Sonst kehrt Herr Dobrinth zurück nach Bayerrn und sagt, Böötchen fahren ist schön.Viele Grüße von MS Silence, Familie Duhr
  6. Verena Barthel http://www.bvg-thg.de:
    Bei der oben genannten Vorschlagsliste stellt man sich die Frage, ob wir dem Herrn Verkehrsminister irgendwelche Zukunfts-Illusionen bescheren möchten oder ob er tatsächlich die Binnenschifffahrt kennenlernen möchte.Mein Vorschlag deshalb: TMS Eventus. Das Schiff gehört einer deutschen Partikuliers-Familie, die bereits seit mehreren Generationen Schifffahrt betreibt und dies mit deutschem Personal! Bei dem Schiff handelt es sich um ein 110 m-Standard-Doppelhüllentankschiff.Viele Grüße Verena Barthel, THG mbH - Schiffsmakler
  7. Claus D. Christophel http://www.torquemarine.de:
    Grundsätzlich gebe ich Martina Bayer Recht, aber was ist ein „ECHTES“ Partikulier Schiff?Leider hat die Binnenschifffahrt es in den letzten Jahren nicht verstanden, sich eine Stimme über Ihre Standesorganisation zu verschaffen.Die GMS Enok ist seit 2009 im Eigentum der Torquemarine, der Zweck war ein Schiff, weltweit das erste Mal, auf einen Dieselelektrischen, getriebelosen Permanent Magnet (PM) Antrieb umzurüsten.Dieses Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit der DST realisiert, ohne öffentliche Förderung realisiert und umgesetzt.Seit Umbau fährt die Enok, in den ersten 3 Jahren mit dem ehemaligen Eigner und Kapitän Rudi Koopmans, seit 2013 in Bareboat Charter bei der Binnenschiffs Reederei Walter Lauk in Hamburg.Die Binnenschifffahrt hat in der Zukunft nur eine Chance, wenn die Energie Effizienz und die immer stärker werdenden Anforderungen des Umweltschutzes, in Verbindung mit günstigeren Betriebskosten erfüllt werden.Alle Fachleute sind sich darüber im Klaren, dass dieses schon heute möglich ist. Bei Veranstaltungen der CCR - ZKR wird dieses immer wieder bestätigt.Co2 Reduzierungen von 40% sind danach schon heute, in Kombination Schiff-baulicher und Motoren technischer, System - Optimierung erreichbar.Hier ist die Nutzung von Diesel - Gas elektrischer Antriebstechnik mit Energiespeicher eine erprobte Technik, die im Bereich der allgemeinen Service Schifffahrt Anwendung finden wird.Die GMS Enok ist zu 100% als Innovationsträger mit privaten Mitteln finanziert worden, die Gesellschafter haben Ihr eigenes, vorher verdientes Geld eingesetzt.Es ist dringend erforderlich, dass die Politik (hier besonders in Deutschland) sich dieser Frage annimmt. Insofern ist es sicher richtig, dass sich Herr Minister Dobrindt sein Praktikum auf einem Schiff macht, das den gestiegenen Anforderungen des Marktes gerecht wird.Ich halte daher die Auswahl der Redaktion von BONAPART für richtig, nicht nur ein Binnenschiff zur Wahl zu stellen, sondern ausdrücklich ein Binnenschiff das auch zukünftigen Anforderungen des Marktes gerecht wird.

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