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Trotz Klimawandel: Industrie kann sich bis mindestens 2050 auf das Binnenschiff verlassen

Autor: Christian Grohmann       Datum: 14.05.2014
Zeigen die Perspektiven für das System Wasserstraße und seine Kunden auf: (v.l.) Michael Heinz, Sebastian Kofalk und Jörg Becker. Bild: Grohmann

Darf angesichts knapper Kassen und fortschreitenden Klimawandels überhaupt noch in die Wasserstraßen investiert werden? Eine Frage, die das Ende 2013 abgeschlossene Forschungsprojekt KLIWAS für das Rheinstromgebiet und das nordwestdeutsche Kanalgebiet eindeutig positiv beantwortet.

Darin waren sich rund 20 Experten und Industrievertreter einig. Sie trafen sich auf Einladung des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen (VBW) am 6. Mai im Stahlzentrum Düsseldorf.

KLIWAS schafft Planungssicherheit

Für Jörg Becker, Supply Operations Manager des Mineralölkonzerns BP am Standort Bochum und Mitglied des VBW-Präsidiums sind die KLIWAS-Ergebnisse hinreichend verlässlich: Sie stellen die erste neutrale Datenbasis dar, an der sich die Industrie orientieren könne. „Wir müssen schließlich wissen, ob die Binnenschifffahrt auch in 40 Jahren noch der richtige Partner für uns ist“, so Becker.

Die Versorgungssicherheit der Industrie durch die Schifffahrt sei selbst in den extremen Klimaszenarien bis 2050 gewährleistet. Das machten KLIWAS-Koordinator Sebastian Kofalk von der Bundesanstalt für Gewässerkunde sowie Michael Heinz, Leiter der GDWS-Außenstelle West und Mitglied des VBW-Präsidiums, deutlich. „Auch anhand der pessimistischen Szenarien können nachhaltige Investitionsentscheidungen getroffen werden“, so Kofalk.

Langfristige Anpassungen erforderlich

Anpassungen von Lagerhaltung und Logistik könnten jedoch bereits in diesem Zeitraum erforderlich werden. Doch der Schifffahrt stünden sowohl schiffsseitige als auch infrastrukturelle Maßnahmen zur Verfügung, die sich mit vertretbarem finanziellem Aufwand und umweltverträglich umsetzen ließen, so Heinz.

Ab 2050 werde die Binnenschifffahrt jedoch deutlich stärker betroffen – allerdings beeinflussten Extremwetterereignisse auch die anderen Verkehrsträger: Insgesamt sorge der Klimawandel zur kommenden Jahrhunderwende für ein Mehr von 31 bis 59 Mio. EUR bei den jährlichen Transportkosten.

Weiter forschen und werben

Heinz beteuerte ebenso, man suche derzeit nach einer Lösung, die KLIWAS-Prognosen über den Abschluss des Forschungsprojekts hinaus aktuell halten zu können. „Veraltete Datenreihen nützen uns in zehn Jahren nichts mehr.“

Ein deutliches Fazit pro Wasserstraße zog Lanxess-Logistiker Gerd Deimel: „Es gibt nun keine Ausreden mehr. Politik und Verwaltung müssen nun alles Notwendige tun, um den Sanierungsstau in der Wasserstraßeninfrastruktur aufzulösen.“ Deimel rief dazu auf, stärker für den „nassen“ Verkehrsträger und dessen Kapazitätsreserven zu werben. „Je mehr Nutzer wir auf der Wasserstraße haben, desto besser lassen sich die entstehenden Kosten teilen.“

Lesen Sie mehr zum Thema in Ausgabe 5/2014 von Schiffahrt und Technik.

Tags: kliwas, klimawandel, planungssicherheit, vbw, Nachrichten aus der Binnenschifffahrt,

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