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Duisburg stellt Geschäftsergebnis 2015 vor - Stagnation im internationalen Handel erwartet

Autor: Julia Pedak       Datum: 22.04.2016
Hafenchef Erich Staake (m.) und die Vorstandsmitglieder Thomas Schlipköther (l.) und Markus Bangen. Bild: Duisport/Köppen
Hafenchef Erich Staake (m.) und die Vorstandsmitglieder Thomas Schlipköther (l.) und Markus Bangen. Bild: Duisport/Köppen

Die duisport-Gruppe hat am 19. April die Ergebnisse ihres Geschäftsjahres 2015 vorgestellt. Trotz Zuwächsen und neu erschlossener Märkte bleibt die Aussicht für 2016 verhalten. Fehlende Wachstumsimpulse im internationalen Handel sollen durch vermehrte Investitionen und Kooperationen kompensiert werden.

Mit 217 Millionen Euro ist die Gesamtleistung des Duisburger Hafens im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf einen bisherigen Höchstwert gestiegen. Besonders der Zuwachs in den logistischen Dienstleistungen von 25 Prozent auf 76 Millionen Euro hat zu dieser Entwicklung beigetragen. Die Projektlogistik, den Mengenzuwachs im Container- und Massengutbereich und das Consulting- und Projektgeschäft nennt das Unternehmen dabei als treibende Kräfte. Rückgänge von 69 Millionen Euro gab es dagegen in der Verpackungslogistik. Grund für den dreiprozentigen Rückgang ist die Ausgliederung der Gesellschaft IPS Integrated Project Services in das Geschäftssegment Logistische Dienstleistungen. Zur Erweiterung der Umschlag- und Terminalkapazitäten wurden 2015 ein zweiter Portalkran auf logport III errichtet und das DIT-Terminal auf logport I ausgebaut. Für diese und weitere Investitionen hat das Unternehmen rund 20 Millionen Euro ausgegeben.

Nachdem im Jahr 2014 erstmals die Marke von 1.000 Mitarbeitern überschritten wurde, hat sich das Beschäftigungsniveau 2015 um weitere fünf Prozent erhöht. Seit 2011 ist laut einer Studie des Berliner Marktforschungsinstituts Regionomicadie die Zahl der direkt und indirekt vom Hafen abhängig Beschäftigten um rund zwölf Prozent auf 45.300 gestiegen.

Geringer Rückgang im Güterumschlag dank Bahnverkehr

Der Gesamtgüterumschlag aller Duisburger Häfen sank im vergangenen Jahr wegen konjunkturbedingter Umschlagentwicklungen in den privaten Werkshäfen von 131 auf 129 Millionen Tonnen. Bei den Häfen der duisport-Gruppe wuchs der Gesamtumschlag dagegen um rund sechs Prozent auf 69 Millionen Tonnen. Dieser neue Höchstwert konnte durch die mit 19 Millionen Tonnen um zwölf Prozent gestiegenen Bahnumschläge erreicht werden.

Der Schiffsumschlag hielt mit 16 Millionen Tonnen das Vorjahresniveau. Im Kombinierten Verkehr wuchs der Containerumschlag um sechs Prozent auf 3,6 Millionen TEU ebenfalls auf eine neue Bestmarke. Daneben sind die Segmente Mineralöle und chemische Erzeugnisse für das Wachstum verantwortlich und konnten das marktbedingt schwache Stahlgeschäft ausgleichen.

Rhein und Ruhr als internationaler Knotenpunkt

Mit rund 120.000 Quadratmeter hat der Hafenbetreiber 112.000 Quadratmeter Fläche weniger als im Vorjahr vermarktet, da innerhalb Duisburgs die Verfügbarkeit von großflächigen Logistikarealen begrenzt ist. In Zukunft will die duisport-Gruppe ihre Vermarktungsaktivitäten in der Rhein/Ruhr-Region ausweiten. Die mit Evonik Industries gebildete Joint Venture dev.log  wird am Evonik-Standort Lülsdorf 50 Hektar Flächen für die Ansiedlung von Produktions- und Logistikunternehmen vermarkten.

Der Vorstandsvorsitzende des Duisburger Hafens Erich Staake sieht dabei Zukunftsperspektiven in der Vernetzung von Industrie und Logistik, die vermehrt internationale Kunden ansprechen sollen. 2015 hat sich mit der Nanjing High Accurate Drive Equipment Manufacturing Group (NGC) bereits das erste chinesische Unternehmen im Duisburger Hafen angesiedelt.

Stagnation in 2016 erwartet

Für das Jahr 2016 erwartet der Hafenbetreiber keine nennenswerte Verbesserung des globalen Welthandels. Dies liege an den großen asiatischen Seehäfen, die derzeit nur sehr geringe Zuwachsraten und zum Teil sogar erhebliche Rückgänge verzeichnen. Die aktuellen schlechten Umschlagsentwicklungen in der Hamburg-Le Havre Range seien ein weiterer Grund für die fehlenden Wachstumsimpulse.

Tags: duisburg, duisport, staake, 2015, 2016,

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