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Liegeplätze in Niehl keine Zwischenlösung – Binnenschiffer kündigen neue Proteste an

Autor: Christian Grohmann       Datum: 20.04.2018
Die Tauzieher-Skulptur an der Drehbrücke des Kölner Rheinauhafens bei Dämmerung. Bild: Grohmann
Die 1911 im Rheinauhafen aufgestellte Tauzieher-Skulptur zeigt einen festmachenden Binnenschiffer. Bild: Grohmann

Kostenlose Liegeplätze für die Binnenschifffahrt im Hafen Köln-Niehl sowie eine Verständigung über die Schaffung von Festmacheinrichtungen im Rheinauhafen – beides hatte die HGK als Betreiber der Kölner Häfen in der 16. Kalenderwoche angekündigt. Nicht alle Binnenschiffer sind damit zufrieden – sie haben erneute Typhon-Proteste ab dem 21. April angekündigt.

Die plötzliche, offiziell aus Sicherheitsgründen verhängte Sperre der Anlegemöglichkeiten an der Kaimauer des Rheinauhafens im Februar hatte die Schiffsbesatzungen erzürnt. Ihr organisierter Protest führte zu einer öffentlichen Diskussion, die bis in politische Gremien der Stadt Köln hinein wirkt. Nun meldete die Häfen und Güterverkehr Köln AG am 19. April einen Verhandlungsdurchbruch: Man habe sich mit der Stadt sowie der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) auf die Installation von Dalben mit Landgangseinrichtungen vor der Kaimauer und eine Landstromnutzungspflicht geeinigt.

„Kurzfristige Notwendigkeit“

Langfristig wären damit auch die Binnenschiffer zufrieden. Doch Kampfmittelerkundung und Planungsverfahren mit unterschiedlichen Beteiligten an der Schnittstelle zwischen städtischer Hafenpromenade und Bundeswasserstraße brauchen ihre Zeit: Vor 2020 könne die Planung nicht abgeschlossen werden, will Christian Niemann erfahren haben. „Liegestellen für Binnenschiffe sind kein langfristiges Bedürfnis, sondern eine kurzfristige Notwendigkeit“, ärgert sich der erste Vorsitzende des im Zuge der Proteste neu gegründeten Europäischen Vereinigung der Binnenschiffer (EVdB). Die hat neben dem ursprünglichen Vorgehen der HGK zwei Kritikpunkte an der aktuellen Entwicklung.

Einerseits gilt den Schiffern die am 18. April von der HGK angekündigte Bereitstellung von zehn kostenlosen Liegeplätzen im Hafen Niehl als Nebelkerze. Niehl sei bereits vor der Sperrung des Rheinauhafens überlaufen gewesen und tauge deshalb nicht als Übergangslösung. Zudem seien dort schon seit Jahren keine Gebühren mehr für Übernachtungen erhoben worden. Dem widerspricht die HGK. „Das Übernachtungen ohne Lade- oder Löschtätigkeit war bislang kostenpflichtig“, sagte Pressesprecher Christian Lorenz auf Nachfrage von Bonapart. Theorie und Praxis scheinen auseinander zu laufen.

Kein offener Gesprächskreis

Andererseits habe man die Schifffahrt selbst nicht in die Diskussionen mit einbezogen. Die von der EVdB vorgeschlagene Interimslösung – Stelzenpontons mit zusätzlicher Verankerung – sei bislang nicht beachtet worden. Weil seitens Stadt, HGK und WSV auch kein Zeitplan in der Anfang März definierten Frist vorgelegt wurde, fordert der EVdB die persönliche Intervention von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer – und will ab dem 21. April wieder die Schallsignale in Köln erklingen lassen.

Die HGK argumentiert in einer Pressemitteilung vom 20. April dagegen. „Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass dieser Prozess von einer erneuten Drohung zu Lasten der Anlieger am Rhein begleitet wird“, sagte der HGK-Vorstandsvorsitzende Uwe Wedig. Man habe sich über das Vorgehen mit dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) ausgetauscht. Dies ist der größte deutsche Branchenverband, von dem sich jedoch nicht alle Schiffer vertreten fühlen.

Tags: rheinauhafen, köln, hgk, evdb, liegeplätze, liegestellen,

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