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Gütermotorschiff „Ares“: Deutsche Kanalflotte erhält Neuzugang

Autor: Christian Grohmann       Datum: 12.10.2016
Binnenschiff-Kasko auf der Helling der Groningen Shipyard.
„Ares“ kurz vor dem Stapellauf in Waterhuizen. Bild: Imperial

Am 26. August ist im niederländischen Waterhuizen ein neues Schiff vom Stapel gelaufen. „Ares“ ist der erste Trockengutfrachter-Neubau seiner Größenklasse seit Jahren, der unter deutscher Flagge fahren wird. Die Flotte in diesem Segment gilt als überaltert. Auch für die Werft ist das 100 Meter lange und 11,40 Meter breite Schiff, das bei 2,50 Meter Tiefgang 1.800 Tonnen Ladefähigkeit vorweisen soll, ein kleines Novum.

„Die Maße tragen unserer hervorragenden Verkehrspolitik Rechnung“, mokiert Walter Krügermann. Gerne würde der Partikulier seinem Auftraggeber Imperial ein größeres Schiff für den Transport von trockenem Massengut zwischen Norddeutschland und dem Rheingebiet zur Verfügung stellen. Doch die Tröge des Schiffshebewerks Scharnebeck setzen enge Grenzen, der Ersatzneubau soll nach aktueller Planung im Jahr 2025 beginnen. „Die Verbesserung der Brückendurchfahrtshöhen kommt auch nicht so schnell“, so Krügermann, der seine Flotte dennoch verjüngen wollte. „Also nehmen wir, was zur Verfügung steht, und machen das Beste daraus.“

Krügermann entschied sich für das Sunrise-Konzept der Groningen Shipyard. Bislang hatte die Werft ausschließlich Tankmotorschiffe dieses Doppelschrauber-Typs mit Bugwulst in den Längenvarianten 85 und 110 Meter gebaut. An den Laderaum stellte der Partikulier genaue Anforderungen: Eignung für Massengut, Container in vier Lagen, oder auch Schwergut-Projektladungen. Darüber hinaus sind zwei bewegliche Laderaumschotten mit sieben Einhängepunkten eingeplant, um bei Bedarf mehrere kleine Partien gleichzeitig fahren zu können.

Mut und Sicherheit

„Für die Finanzierung habe ich lange mit meinen Banken zusammengesessen“, so Krügermann. Zwei seiner fünf Schiffe habe er verkauft, um die Eigenkapitalbasis zu erhöhen. „Künftig werden wir also vier Schiffe betreiben.“ Zusätzliche Sicherheit bietet die nun bald 40 Jahre währende Zusammenarbeit der Schifferfamilie mit Haniel beziehungsweise Imperial: 1977 starteten seine Eltern als Hauspartikuliere, erinnert Krügermann. Die Indienststellung von „Ares“ soll Mitte November stattfinden.

Zum Youtube-Video des Stapellaufs

Tags: krügermann, neubau, imperial, ares, sunrise, gsyard,

Eine Antwort zu

  1. Christian Grohmann http://www.bonapart.de:
    Über Facebook wiesen mich zwei Leser darauf hin, dass der Begriff "Kanalflotte" bzw. "Kanalschiff" für gewöhnlich mit kleineren Schiffen assoziiert wird und somit hier nicht ganz korrekt ist. Grund ist, dass die meisten Kanäle nur geringere Abmaßungen erlauben. Vielen Dank für den Hinweis!

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