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Fahrgastschiff-Neubau „Renate“ holt Befreiungshalle auf die Donau

Autor: Christian Grohmann       Datum: 07.11.2016
Zeichnung der neuen MS "Renate".
Für die Nachbildung der Befreiungshalle habe der bayerische Finanzminister sein OK gegeben. Bild: Schweiger/Ritzdorf

Die Schweiger Personenschifffahrt plant derzeit ein neues Fahrgastschiff. Wie Renate Schweiger gegenüber Bonapart bekannt gab, wolle man 2018 einen zeitgemäßen Neubau mit optischen und antriebstechnischen Besonderheiten auf das Wasser bringen. Er soll ein Jahr nach dem 50-jährigen Bestehen des Unternehmens in Fahrt gehen.

Der große Clou: Auf dem Achterschiff soll eine Nachbildung der Befreiungshalle Platz finden. Das 1863 eröffnete Original steht oberhalb von Kelheim, wo das Unternehmen beheimatet ist. Der Monumentalbau wurde vom bayerischen König Ludwig I. zur Erinnerung an die Befreiungskriege gegen Napoleon in Auftrag gegeben.

Die verkleinerte Version an Bord der neuen „Renate“ soll einen Durchmesser von 9,50 Metern erhalten und auf zwei Ebenen jeweils bis zu 60 Passagieren Platz bieten. Alle Glasscheiben werden koloriert, um der Farbgebung des Originals zu entsprechen. Der obere Teil der Halle werde ähnlich einem Steuerhaus absenkbar sein, um eine Durchfahrtshöhe von 5,80 Meter zu erreichen. „Damit ist das neue Schiff kanalgängig“, so Schweiger.

Pumpjets als Hauptantrieb

Am 10. Oktober unterzeichneten Renate Schweiger und Werftchef Günter Müller den Bauvertrag, berichtete die Mittelbayerische Zeitung. Demnach soll das 50 Meter lange und 10,25 Meter breite Schiff für insgesamt 320 Passagiere auch barrierefrei und fahrradfreundlich ausgeführt werden. Gebaut wird die von Schiffskonstrukteur Rainer Ritzdorf geplante „Renate“ in Oberwinter. Zuvor sollen bei der Duisburger Versuchsanstalt DST Schleppversuche stattfinden.

Als Antrieb sind drei Schottel Pumpjets vorgesehen. „Auf der Donau wird es das erste Schiff mit einem derartigen Hauptantrieb sein“, berichtet Schweiger gegenüber Bonapart. Pumpjets, die in der Binnenschifffahrt sonst gelegentlich als Bugstrahlruder zum Einsatz kommen, verursachten weniger Sog- und Wellenschlag und seien flachwassertauglich, effizient und vibrationsarm.

„Eine zusätzliche Abgasnachbehandlung binden wir nicht ein“, antwortete Renate Schweiger auf die Frage nach weiterer Umwelttechnik. „Wir bauen abgaszertifizierte Motoren ein und fahren diesel-elektrisch. Dadurch sparen wir etwa 20 Prozent Energie ein und verbessern auch die Kohlendioxid-Bilanz erheblich.“ Auf ihrer Website hat die Reederei weitere Informationen zum Schiff zusammengestellt.

Tags: renate, kelheim, schweiger, personenschifffahrt, oberwinter, müller, neubau, ritzdorf, schottel, antrieb,

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