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Einblicke in die Binnenschifffahrt: Marinetechniker besuchen Köln

Autor: Christian Grohmann       Datum: 25.08.2017
Marinetechniker-Hörsaal aus Parow und Mitglieder der Marinekameradschaft Leuchtturm Köln auf dem Achterdeck der „Rheinperle“. Bild: Grohmann
Marinetechnikschüler und Mitglieder der Marinekameradschaft Leuchtturm Köln. Bild: Grohmann

In Parow bildet die Marine staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Marinetechnik/Elektrotechnik aus. Eine Gruppe dieser Offiziersanwärter hat kürzlich Köln besucht und dabei Einblicke in die Binnenschifffahrt gewonnen. Verbindungen zwischen den Sektoren waren schnell gefunden. Berufsperspektiven für scheidende Zeitsoldaten nicht ausgeschlossen.

Auf den Weltmeeren sind sie unterwegs, um humanitäre Hilfe zu leisten, Waffenembargos durchzusetzen oder Handelsrouten vor Piraten zu schützen. In Köln waren die gestandenen Seefahrer des Techniker-Hörsaals der Marinetechnikschule Parow unterwegs, um Einblicke in die zivile Wirtschaft zu gewinnen, die auf sichere Seewege und stabile Wirtschaftsbeziehungen angewiesen ist.

So standen bei einer Industriebelehrungsfahrt vom 7. bis zum 13. Juli Besuche bei Deutz, Bayer und dem Technikum Bergisch Gladbach, aber auch bei den MMC-Studios oder im Römisch-Germanischen Museum auf dem Programm. Natürlich durften auch Altstadtführung und Rundfahrt durch Deutschlands zweitgrößten Binnenhafen nicht fehlen – ist Köln mit seinem Industriegürtel doch ein nicht unbedeutender End- und Knotenpunkt globaler Logistikketten. Gut möglich also, dass einer der 17 Offiziersanwärter diesem oder jenem im Niehler Hafen gestapelten Container schon mal auf See begegnet ist.

Komplexe Zusammenhänge

Die an Bord der „Rheinperle“ gesammelten Eindrücke sind ganz unterschiedlich. „Ich hätte mir das alles größer vorgestellt“, sagt Lehrgangsteilnehmer und Mitorganisator Dominik Petitjean. Rund zwölf Millionen Tonnen Güter und 500.000 Containereinheiten werden in den Kölner Häfen pro Jahr umgeschlagen. „So weitläufige Hafenanlagen hätte ich nicht vermutet“, staunt dagegen einer seiner Kameraden.

Verbindungen zur Binnenschifffahrt waren schnell gefunden: Petitjeans Urgroßeltern waren vor dem Krieg selbst als Flussschiffer auf der Oder unterwegs. Der Vater von Kapitänleutnant Christin Greeb, Hörsaalleiterin und stellvertretende Inspektionsschefin, ist Schifffahrtssachverständiger. „Der wohnt zwar näher an der Ostsee, ist beruflich aber ständig am Rhein unterwegs.“ Anfangs, gibt die Schiffbauingenieurin zu, schaue man etwas abfällig auf die ,kleinen' Binnenschiffe. „Bis man dann merkt: Die sind technisch genau so komplex wie die Ozeanriesen.“ Die Entwicklung von Telematik und Umwelttechnik steht Buten wie Binnen nicht still.

Maritimes Netzwerken

Die Empfehlung für die gemeinsame Hafenrundfahrt kam aus der Marinekameradschaft Leuchtturm Köln, die die Gruppe schon zuvor mit einem Grillabend im Garten ihrer Stammkneipe im Mauritiusviertel willkommen geheißen hatte. Höhepunkt der Veranstaltung war die Versteigerung einiger Militaria; darunter ein Telefon, das der MK-Vorsitzende Christian Bauer aus der Operationszentrale der Fregatte „Köln“ gerettet hat – das fünfte Marineschiff mit diesem Namen wird derzeit auf einer niederländischen Werft abgewrackt.

Dass sie sich ein neues Schiff mit dem Domstadtwappen am Bug wünschen, waren sich die Anwesenden, darunter auch einige „Köln“-Fahrer, einig. Die kölsche Braukunst überzeugte dagegen nicht alle: Eines der Nordlichter soll sogar den Vergleich mit Rheinwasser gewagt haben. Doch über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – und Meinungsfreiheit gilt in der Bundesrepublik als hohes Gut.

Tags: köln, marine, techniker, marinetechnik, elektrotechnik, marinekameradschaft, leuchtturm,

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