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Deutz 545 fährt schadstoffarm mit Kraftstoff-Wasser-Emulsion

Autor: Christian Grohmann       Datum: 20.05.2016
Binnenschiff "Empresa" in Fahrt. Bild: Exomission
Seit 1963 ist die "Empresa" mit dem gleichen Motor unterwegs. Bilder: Exomission
Kraftstoff-Wasser-Emulsionsanlage (links) und Deutz 545 Dieselmotor (rechts). Bild: Exomission
Die neu installierte KWE-Anlage (links) versorgt den alten Deutz 545 (rechts) mit Kraftstoff-Wasser-Emulsion.

Langlebig, verbrauchsgünstig – und inzwischen auch emissionsarm. Seit dem Stapellauf arbeitet ein Deutz 545 RBV8M an Bord des Gütermotorschiffes „Empresa“ als Hauptmaschine. Im März hat Aldert Hoekstra eine Kraftstoff-Wasser-Emulsionseinspritzung (KWE) nachrüsten lassen. Nun rechnet sich das Eigner-Ehepaar Chancen auf den Green Award Gold aus. Das teilten die Projektpartner Mitte Mai gegenüber Bonapart mit.

Ursprünglich waren die ZKR-II-Abgasstandards das Ziel, um das in Dienst gestellte Schiff für die Green Award Prüfung anzumelden. So forderte es die Imperial Shipping Group als Auftraggeber. Als dann die Messtechniker des Prüflabors Eurofins Pro Monitoring das frisch nachgerüstete Schiff auf einer beladenen Bergfahrt von Lobith nach Wesel begleiteten, stellte sich heraus: Mit KWE unterschreitet der 735 Kilowatt starke Achtzylinder die geforderten Grenzwerte für Stickoxide, Partikel, Kohlenmonoxide und Kohlenwasserstoffe deutlich.

„Dieses Ergebnis eröffnet ganz neue Perspektiven für diese alten, aber sehr verbrauchsgünstigen Motoren“, so Stefan Fischer, dessen Unternehmen Exomission bisher ausschließlich jüngere Binnenschiffsmaschinen mit der KWE-Technik nachgerüstet hat. Hydraulik und Mechanik wurden auch diesmal von der MSG-Technik in Dorfprozelten gefertigt. Für die in Arnheim vorgenommene Nachrüstung wurden laut Hoekstra über 80.000 Euro fällig. Einen Teil davon trug das Expertise- en InnovatieCentrum Binnenvaart (EICB) als Förderzuschuss.

Alternative zur Neumotorisierung

Hinsichtlich der Amortisation rechnet Hoekstra die Eigenschaften seiner alten, direkt gesteuerten Maschine mit ein. „Hätte ich eine moderne ZKR-II-Maschine und ein Wendeuntersetzungsgetriebe mit zusätzlichem Widerstand kaufen müssen, läge der Kraftstoffverbrauch um 15 bis 20 Prozent höher“, so der Eigner, der durch die KWE-Anlage auch wenige Prozent Kraftstoffersparnis erwartet. „Was nicht verbrannt wird, lässt auch keine Schadstoffe frei. Und auch eine langlebige Maschine ist nachhaltig, weil keine neue produziert werden muss. Solange Ersatzteile zu haben sind, sehe ich kein Problem.“

Ein Partikelfilter kam aufgrund des Abgasgegendrucks und den damit verbundenen Schwierigkeiten für die alte Maschine auf der „Empresa“ nicht in Frage. Und auch ein SCR-Katalysator hätte in dem engen Maschinenraum nur nach Umbauten seinen Platz gefunden, unterstreichen die Projektbeteiligten. Zudem lasse sich auch die KWE-Anlage weiternutzen, wenn der alte Deutz nach über 50 Jahren Dienst doch einmal schlapp macht.

Tags: umwelt, schadstoff, abgas, emission, exomission, kwe,

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