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Brückenanfahrungen: Frau eingeklemmt – WSD erneuert Informationskampagne

Brückenanfahrungen im westdeutschen Kanalgebiet 2007–2011. Grafik: WSD West

Bei Nürnberg ist am 29. Mai ein Gütermotorschiff mit seinem Ruderhaus an einer Eisenbahnbrücke hängen geblieben. Wie die Polizei meldete, wurde eine Frau eingeklemmt. Sie musste mit mittelschweren Verletzungen in eine Klinik eingeliefert werden. Unterdessen hat die WSD West im Rahmen ihrer Informationskampagne „Brückenanfahrungen“ eine Statistik für das westdeutsche Kanalgebiet veröffentlicht.

In dem aktuellen Fall aus Mittelfranken ließ sich aus noch ungeklärter Ursache das Steuerhaus nicht absenken, als das Schiff gegen 9:15 Uhr die Schleuse Nürnberg in Richtung Kriegenbrunn verließ. Die Berufsfeuerwehr Nürnberg war mit 35 Mann im Einsatz, um die eingeklemmte Frau des Schiffseigners aus dem Ruderhaus zu befreien. Nach knapp einer Stunde Arbeit konnten sie die Frau an die Rettungskräfte übergeben.

Fünf weitere Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Laut Feuerwehr konnte sich der Schiffseigner, der zum Unfallzeitpunkt ebenfalls im Ruderhaus saß, selbst aus den Trümmern befreien. Es entstand ein Sachschaden von mindestens 150.000 Euro. Die Brücke wurde kaum beschädigt, der Schiffsverkehr wurde wegen der Rettungsarbeiten aber für zwei Stunden gesperrt. Die Wasserschutzpolizei Nürnberg ermittelt. Das Schiff befand sich auf der Fahrt von Kroatien nach Hamburg und war mit über 500 Tonnen Schwergut beladen.

Die verkannte Gefahr

Auch im westdeutschen Kanalgebiet kommt es ebenso wie im Donaugebiet immer wieder zu Brückenanfahrungen, zum Teil mit Todesfolgen. Weil meist nicht die Technik, sondern Fehleinschätzungen die Ursache für diese Havarien sind, hat die Wasser- und Schifffahrtsdirektion West bereits 2008 eine Informationskampagne gestartet. 2010 wurde der Flyer erstmalig erneuert, am 24. Mai folgte die zweite Überarbeitung mit neuen Zahlen.

Die traurige Spitzenreiter finden sich demnach im Rhein-Herne Kanal: Die Sterkrader Straßenbrücke bei Kilometer 8,8 kann mit 16 Anfahrungen innerhalb von zehn Jahren aufwarten, die Eisenbahnbrücke Ruhrort-Oberhausen bei Kilometer 3,7 bringt es auf 14. Die WSD West weist in dem Flyer etwa darauf hin, dass es auch im Kanalgebiet Wasserstandsschwankungen von bis zu 50 Zentimetern gibt und fordert höchste Aufmerksamkeit bei der Passage von Brücken.

Tags: brücke, ruderhaus, steuerhaus, havarie, polizei,

Eine Antwort zu

  1. Jürgen Collée :
    Guten Tag, Warum haben wir nicht an den Brücken wo immer auch viel Anfahrungen sind Pegellatten wie in Holland!!?? Oder zusätzlich könnte man mit einfachen Mitteln auch eine Ampel(Lichtanzeige mit Höhenangabe geht auch) gekoppelt mit einem Pegel an diesen Brücken!?? In jedem neuenTanker kann mit Radar der Füllstand angezeigt werden. Diese Technik Montiert in eienm Rohr an der Kaimauer würde exakt dem Schiffsführer Anzeigen wieviel Platz noch ist. Mfg Jürgen Collée

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