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Belgien will "strukturelle Krise" anmelden

Autor: Axel Götze-Rohen       Datum: 08.05.2013

In der dritten Aprilwoche haben belgische und niederländische Binnenschiffer Wasserstrassen in Antwerpen, Evergem (Ringvaart) und auf der Maas in Monsin blockiert. Mit den Aktionen wollten die Unternehmen auf die brisante wirtschaftliche Lage der Branche hinweisen.

Eine Woche lang ging nur noch wenig auf diesen Wasserstrassen. Nach Angaben von Laurent de Bijl, vom belgischen Binnenschifferbund "Ons Recht", beteilgten sich Unternehmer mit einer Gesamttonnage von mehr als 100.000 Tonnen an dem Streik. Das Ziel der streikenden Binnenschiffer: ein Verbot für das Transportieren unter Selbstkosten und die Anmeldung des europäischen Krisenmechanismus.

Verkehrspolitiker zumindest erreicht

Und einen kleinen Erfolg konnten sie erreichen: der belgische Staatssekretär für Mobilität, Melchior Wathelet, empfing eine Delegation der Partikuliere. In dem Treffen versprach der Politiker, bei der EU offiziell eine "schwere Marktstörung" anzumelden. Wathelet will auch einen Gesetzentwurf vorlegen, mit dem Transporte zu Dumpingpreisen verboten würden.

Die Belgier hoffen jetzt auch auf Unterstützung aus Holland und Deutschland. Die holländische Verkehrsministerin Melanie Schultz van Haegen versprach, sich dafür einzusetzen und auch Ihren deutschen Kollegen Ramsauer überzeugen zu wollen.

Unterschiedliche Ursachen

Die Probleme der Branche sind vielschichtig. Einerseits gibt es eine strukturelle Überkapazität, andererseits monieren viele Binnenschiffer, dass von den Frachten, die von den Verladern bezahlt würden, oft deutlich weniger bei ihnen ankomme. Es gibt aber auch viele Vorwürfe untereinander: Belgier werfen Holländern vor, zu Dumpingpreisen zu fahren und Eigner kleiner Schiffe monieren, dass ihnen von Großraumschiffen die Ladungen zu niedrigen Raten weggefahren würden.

Alle eint darüber hinaus die Position, dass viel zu strenge Sicherheits- und Umweltauflagen der ZKR die wirtschaftliche Misere noch verschärfen würde.

Tags: belgien, krise, niederlande, eu,

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